Schild Unisextoilette

Seit kurzem gibt es die erste offizielle All-Gender Toilette an der TH Köln. Diese ist entstanden im Rahmen eines vom Präsidium der Hochschule bestätigten Pilotprojektes.

Im AStA Foyer gibt es übrigens schon seit längerem All-Gender Toiletten, die bislang durchweg positiv angenommen wurden. Auf Veranstaltungen, wo sich sonst häufig Toilettenschlangen vor der Damentoilette gebildet haben, kommt es dazu jetzt seltener zu Wartezeiten.

Was bedeutet All-Gender Toilette?
Das ist eigentlich ganz einfach: Diese Toilette kann von allen Menschen benutzt werden. Die meisten werden das aus Flugzeugen, der Bahn oder von sich zu Hause kennen.

Wo findet ihr diese?
Gleich neben dem Hörsaal 4 am Campus Deutz:

Lageplan Unisextoilette

Warum wurde diese eingeführt?
Toiletten mit binärer (m/w) Geschlechtertrennung diskriminieren Personen, die sich als intersexuell, transsexuell oder transgender identifizieren.
Darüber hinaus auch jene, die sich schlichtweg keiner binären Geschlechterordnung unterordnen können bzw. möchten. Auch betrifft es Elternteile, die mit ihren gegengeschlechtlichen Kindern eine Toilette aufsuchen. Diskriminierung findet immer dann statt, wenn eine Person 1) eine Toilette aufsucht, die ihrer subjektiven geschlechtlichen Identität entgegensteht, 2) die Person auf einer Toilette angefeindet wird (z.B. weil ihr objektives Erscheinungsbild nicht dem „Label“ des Toilettenraums entspricht) oder 3) kein Toilettenraum existiert, der die geschlechtliche Identität der Person widerspiegelt.

Intersexualität: Am 8. November 2017 urteilte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu Gunsten der „dritten Option“ als Möglichkeit zur Eintragung in das Geburtenregister. Menschen, deren Geschlecht bei der Geburt nicht eindeutig männlich oder weiblich ist, steht damit endlich eine positive Eintragung in das Geburtenregister zu – etwa mit der Bezeichnung „inter“ oder „divers“. Bis dato wird einfach ein Geschlecht festgelegt bzw. das entsprechende Feld leer gelassen. Bis Ende 2018 ist die Legislative nun
angehalten eine entsprechende Neuregelung umzusetzen. Die rechtliche Anerkennung einer dritten Option muss unserer Meinung nach auch dazu führen, dass intersexuelle Menschen, insbesondere in öffentlichen Gebäuden, nicht mehr unter einem falschen Label eine Toilette besuchen müssen.

Feedback
Dennoch wissen wir um die Skepsis und den teilweise existierenden Widerstand rund um das Thema UnisexToiletten. Daher ist uns Euer Feedback besonders wichtig! Erzählt uns von euren Erfahrungen, die ihr beim Benutzen der All-Gender Toilette gemacht habt – egal ob positiv, negativ oder neutral. Schreibt uns dazu eine E-Mail über das Kontaktformular oder auf Facebook.

In dem Pilotprojekt soll vor allem Feedback eingeholt werden. Wie war eure Erfahrung als ihr diese Toilette besucht habt? War es wie jeder andere Toilettenbesuch, gab es Verwirrungen?
So können wir die für alle beste Lösung erarbeiten und hoffentlich allen Menschen ein diskriminierungsfreies und angenehmes Besuchen der Toilette ermöglichen.