Proteste gegen Bundeswehr-Auftritt auf der Karrieremesse der TH Köln
Am 10. und 11. Juni fand die Karrieremesse „meet@th-köln_deutz“ auf dem Campus Deutz statt. Auch die Bundeswehr war dort mit einem Messestand vertreten. Gegen das Werben des Militärs auf dem Campus kam es zu verschiedenen Protestaktionen aus der Studierendenschaft der TH Köln.
Polizeieinsatz gegen Demonstrierende
Zu studentischen Protesten kam es zudem am Mittwoch am Stand der Bundeswehr im Messezelt. Als Reaktion auf diese Proteste wurde von der Hochschule die Polizei alarmiert, um die Demonstrant*innen vom Messegelände entfernen zu lassen.
Aus Sicht des AStA ist dieses Vorgehen problematisch. Erst kürzlich hatte das Hochschulpräsidium im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Baumfällungen am Campus Deutz zugesichert, Polizeieinsätze bei studentischen Protesten nur in Ausnahmefällen in Betracht zu ziehen. Nun wurden Demonstrierende ohne vorherigen Dialog vom Gelände entfernt.
Die TH Köln verstößt damit aus unserer Sicht gegen ihre eigene Zusage gegenüber der Studierendenschaft.
Bundeswehr ist kein gewöhnlicher Arbeitgeber
Die Hochschule bewertet die Bundeswehr als einen von vielen Arbeitgebern auf der Karrieremesse. Diese Darstellung greift aus unserer Sicht zu kurz. Die Bundeswehr wirbt gezielt für Tätigkeiten, die unmittelbar Teil militärischer Strukturen und Kriegseinsätze sind.
Zum militärischen Apparat gehören nicht nur Soldatinnen, sondern auch Ingenieurinnen, Informatikerinnen, Ärztinnen, Logistiker*innen und zahlreiche weitere Berufsgruppen.
Wer sich für eine Tätigkeit bei der Bundeswehr entscheidet, entscheidet sich für die Mitarbeit innerhalb militärischer Strukturen.
Kritik an Militarisierung und Aufrüstung
Der AStA betrachtet die aktuelle Militarisierung mit Sorge. Während Milliardenbeträge für Aufrüstung bereitgestellt werden, werden gleichzeitig Mittel für Bildung, Forschung und soziale Infrastruktur gekürzt.
Investitionen in Bildung und Wissenschaft dürfen nicht gegen Investitionen in militärische Aufrüstung ausgespielt werden.
Breite Unterstützung auf dem Campus
Parallel zu den Protesten läuft weiterhin die vom AStA unterstützte Unterschriftenkampagne „Keine Bundeswehr auf Karrieremessen der TH“.
Nach der Verbreitung auf dem Campus und in Studierendengruppen wurde die Kampagne bereits von fast 300 Personen unterstützt.
Die hohe Beteiligung zeigt, dass viele Mitglieder der Hochschule die Präsenz von Militär und Rüstungsindustrie auf dem Campus kritisch sehen.
Unsere Forderung
Der AStA solidarisiert sich mit den Protesten aus der Studierendenschaft, die sich für Frieden, Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und internationale Solidarität eingesetzt haben.
Wir fordern die TH Köln auf, ihrer Verantwortung für eine friedliche, demokratische und nachhaltige Entwicklung gerecht zu werden und Militär sowie Rüstungsindustrie künftig keinen Raum auf dem Campus zu geben.